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Fotoworkshop Ultimate Frisbee
Das allerwichtigste: der Spass an der Sache. Üben macht definitiv den Meister. Aus Fehlern und von anderen lernt man am Meisten. Weniger ist mehr, am Besten ist es, sich auf einige wenige Motive konzentrieren und sich auch ab und zu eine Pause zu gönnen.
An Fotos hängen Erinnerungen, sie sind oft das einzige, was Jahre nach einem Anlass übrigbleibt.
Motive
Einige Ideen:
- Sportler:
- Zweikampf
- Luftkampf
- Sideline
- Generell ist Fangen spannender als Werfen, aber schwieriger gut zu erwischen. Wichtig: Spielzüge voraussehen, ggf. von Kamera aufblicken
- Zuschauer, Emotionen
Vor der Aufnahme
- sich von anderen fotografierenden Personen inspirieren lassen. Das Internet ist Dein Freund 😎
- Spielplan ausdrucken. Planen, wer und was man Fotografieren möchte
- Fotoausrüstung kontrollieren:
- Objektive reinigen, Firmware aktualisieren
- Speicherkarten löschen
- Batterien laden (genügend Ersatzbatterien dabei haben)
- sich mit der Kamera und deren Funktionen vertraut machen, ggf. Test-Shooting (z.B. während Frisbee-Training)
Tipps bei der Aufnahme
Wo fotografieren?
Am Besten stirnseitig bei der Endzone, nahe an einer Ecke (bessere Übersicht) = 2 Fotografen optimal in jeder Endzone. Mitte supobtimal, Sideline gehört den Sportlern, ggf. erhöht dahinter Fotografieren Am Besten mit Sonne im Rücken fotografieren, kein Blitz verwenden (stört Sportler). Standort ab und zu wechseln (verschiedene Perspektiven). Oft ist es Glücksache und man ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Tiefen Aufnahmestandort wählen, z.B. auf Knie/sessel, Sportler wirken heroischer aus Froschperspektive. Es ist empfehlenswert, einen Hocker mitzunehmen.
Wie fotografieren?
Aktion/Motiv auf einem zukommen lassen, optimalerweise erkennt man die Gesichter (Emotionen) der Sportler auf dem Bild.
Hauptproblem beim Fotografieren von Ultimate Frisbee: Die Sportart ist schnell, es braucht Erfahrung und Übersicht, Spielzüge vorauszusehen.
Juniors SM: kleinere Spielfelder = weniger Brennweite notwendig, übersichtlicher, ggf. langsamerer Spielverlauf als bei Open
Der Foto-Hintergrund sollte dunkel und homogen sein, das hebt das Motiv ab und macht es quasi dreidimensional. Schlecht sind helle oder unruhige Hintergründe, die vom Motiv ablenken. ggf. in der Nachbearbeitung den Hintergrund korrigieren (Stempelfunktion).
Den Ausschnitt eher zu gross als zu eng wählen, darauf achten, dass keine Körperteile abgeschnitten werden (wirkt unnatürlich).
Kamera-Einstellungen
Dateiformat: RAW oder JPEG? ersteres bietet verlustfreie Bearbeitung und die beste Qualität, letzteres wesentlich schnelleren Workflow. JPEG ist bei Sportfotografie geeigneter.
Verschlusszeit: max. 1/1000s um Bewegungen einzufrieren. Bei wenig lichtstarken objektiven Empfindlichkeit hochstellen (ISO 1600 oder höher) Bewegungsunschärfe kann man nicht korrigieren, Bildrauschen bei hoher ISO Zahl schon
Blende: f4.0 oder höher gibt grössere Schärfentiefe als Anfangsblende und erhöht Wahrscheinlichkeit, das Motiv scharf abgebildet wird.
Schärfe: Augen am wichtigsten, genügend schärfentiefe- höhere Auswahl; geringe Schärfentiefe: spannender, da konzentration aus Motiv
Autofokus: sollte schnell und zuverlässig sein, macht Kameras teuer…
Zoom Objektiv: ggf. zu wenig Zeit, um Zoom bei Sport zu bedienen Objektiv mit fixer Brennweite: lichtstärker als Zoom
Serienbild: hilft, richtigen Moment zu erwischen. Heute gibt es Kameras mit 8 bis 40 Bilder/s. Nachtteil: Es ist bedeutend aufwendiger, die besten Bilder nach dem Shooting auszuwählen.
Nach der Aufnahme
- Bilder von Speicherkarte auf Computer/Tablett laden
- Die besten Bilder auswählen, dabei sehr kritisch sein, weniger ist mehr. Es kann vorkommen, dass man mit 3000 Fotos von einem Tag zurückkehrt, 4h in die Nachbearbeitung steckt und am Ende 100 Bilder verbleiben. Das ist ganz ok, Personen, die die Bilder anschauen, interessieren sich normalerweise nur für wirklich sehenswerte/beste/ästhetische Bilder. Mit der Erfahrung kennt man den Geschmack und entwickelt eine eigene Bildsprache.
- Bilder ggf. mit Wasserzeichen versehen, auf eine Plattform hochladen
Empfehlenswert zur Nachbearbeitung ist Adobe Lightroom, da intuitiv zu bedienen. Die mobile Version für Tablets ist in der Grundversion sogar gratis. Auf kleineren Bildschirmen als ein Tablett empfehle ich nicht zu arbeiten. Einige Tablets (z.B. iPad Pro) können auch mit Stift und auf einem grösseren, externen Monitor betrieben werden.
Nachbearbeitung im Detail
- Bilder auswählen
- Bilder ggf. Sternen (1-5) Bewerten. Weiterfahren mit höchstbewerteten Bildern
- Ausschnitt wählen
- Ganzes Bild bearbeiten: Weissabgleich, Color Grading, Effekte wie Vignette, etc.
- ggf. von der Bearbeitung des ersten Bildes ein Profil erstellen und dieses Profil allen anderen Bildern zuweisen (=schnellerer Workflow)
- Bilder im RAW Format: immer wenig nachschärfen, da technik-bedingt leicht unscharf
- ggf. Teile des Bildes bearbeiten: Bereiche Stempeln, Reparieren
- Bilder exportieren, auf Plattform hochladen
Bildbearbeitung, z.B. in Photoshop, lohnt sich in der Sportfotografie kaum, da ein schneller Workflow gefragt ist. Bei Profis werden die Bilder direkt von der Kamera übers Internet zum Editor hochgeladen, welcher sich ausschliesslich um die Nachbearbeitung kümmert.
Theorie
Schärfentiefe Bereich, in welchem ein Motiv scharf erscheint. Ist umso kleiner, wie kleiner die Blende gewählt wird, um umgekehrt. Also: f1.0 = geringe Schärfentiefe, f16 = grosse Schärfentiefe. 1/3 vor dem Autofokuspunkt, 2/3 hinter dem Autofokus-Punkt.
Bewegungsunschärfe Entsteht bei bewegten Motiven bei zu langer Belichtungszeit. Effekt: Bild verschwommen.
Empfindlichkeit Je empfindlicher die Kamera eingestellt, je weniger Licht benötigt sie, um korrekt zu belichten. Wird in ISO angegeben. Moderne Kameras können ISO in einem vorher vorgegeben Bereich selbständig wählen und der Situation anpassen. Je höher die Empfindlichkeit, je höher das (in der Bildbearbeitung korrigierbare) Bildrauschen.
Autofokus Fähigkeit der Kamera, den Schärfepunkt automatisch auf ein Motiv (Menschen: Auge) zu setzen. Teuere Kameras haben viele hundert Autofokus-Punkte und einen zuverlässig funktionierenden Autofokus-Mechanismus.
Brennweite Abstand zwischen der Hauptebene einer optischen Linse oder eines gewölbten Spiegels und dem Fokus (Brennpunkt). Einige Brennweiten (bezogen auf 35mm Vollformat):
- Fischauge: unter 10mm
- Weitwinkel: 10 - 20 mm
- Reportage Objektiv: 45mm
- menschliches Auge: 50mm
- Portrait: 80mm
- Sport: 70 - 600mm
- „Zoom“: Objektiv mit einem Variablen Brennweiten-Bereich
- „Fixe Brennweite“; Objektiv mit nur einer Brennweite, optisch qualitativ Zoom-Objektiven überlegen, u.a. tiefere Anfangsblende
Blende Öffnung des Objektivs:
- Tiefe Blende = f2.8 oder tiefer = grosse Öffnung = viel Licht gelangt zum Sensor, kürzere Belichtungszeit notwendig = geringe Tiefenschärfe
- Grosse Blende = f8 oder höher = wenig Öffnung = wenig Licht gelangt zum Sensor, längere Belichtungszeit notwendig = geringe Tiefenschärfe
Objektive sind umso teuerer, wie tiefer ihre Anfangsblende ist (z.B. f2.8). Die besten haben einen Wert unter f1.0, sie verstärken das Licht, das auf den Sensor trifft.
Verschlusszeit Auch Belichtungszeit genannt, gibt an, wie lange man Licht auf den Sensor gelangen lässt. Regel: 1/(Brennweite des Objektiv) = max. Verschlusszeit, mit der ohne Unschärfe durch blosses in der Hand halten der Kamera gearbeitet werden kann. Durch Stative und Bildstabilisierung in der Kamera oder Objektiv sind längere Verschlusszeiten ohne Unschärfe möglich.
Technik
Minimales Equipment:
- 1 Kamera
- Objektiv mit 70-200mm
- Einbein-Stativ (Kamera und Objektiv sind schwer, vermindert Unschärfe)
- immer mit Sonnenblende auf Objektiv fotografieren
Optimal: 3 Kameras und folgende Objektive
- fix 400, 500, 600mm (teuer, x < CHF 5000.-)
- 70-200 (ca. CHF 1200.- bis 2500.-, je nach Hersteller)
- 16-80mm
Warum mehrere Kameras? Objektivwechsel zu zeitaufwendig, Staub Gefahr auf Kamera-Sensor (kann gereinigt werden)
